Medizin

 

Warum ist Rollschnellauf gesund?

<Muß noch geschrieben werden.>

Sicherheit

 

Hinter diesem Stichwort verbergen sich beim Inline-Skaten leider keine Airbags und Überrollbügel, sondern lediglich das, was der Skater am Körper mit sich herumträgt. Die Frage, wieviel "Protective Gear" getragen werden sollte, läßt sich aus einfachen Gründen eben nicht einfach beantworten:

A) Schoner sind zusätzliches Gewicht, beeinträchtigen bestimmte Bewegungsabläufe, bringen einen noch zusätzlich zum Schwitzen, und "cool" aussehen tut so manches an den Körper geschnallte Plastikschüsselchen auch nicht gerade. Fazit hieraus:

Sowenig wie möglich...

B) Zwischen dem Skater und dem Asphalt, der Motorhaube, dem Baumstamm, und dem Mitskater befindet sich nichts, was einen Zusammenstoß mit diesen Objekten irgendwie angenehmer macht. Es werden z.B. beim Bergabfahren auch vom ungeübten Fahrer schnell Geschwindigkeiten von 40-50 km/h erreicht. Anders als z.B. beim Skifahren rutscht der gestürzte Skater auf Straße und Wiese nicht glatt weiter, kinetische Energie führt zu Verformung, und das nicht wenig... Deswegen Fazit:

aber auch IMMER soviel wie nötig !

Wieviel ist nötig?

Erst einmal unterscheide man Blessuren, die lästig sind, und welche, die gefährlich sind:

Lästig:

Hautabschürfungen gehören zum Leben eines jeden Skaters. Lästig sind sie auf jeden Fall, einfangen tut sie sich jeder mal, und wer dann Nacht für Nacht draufliegt, fragt sich sicher irgendwann, ob sich das hätte vermeiden lassen.

Tip Nr. 1: It happens to the best, it happens to the rest. Vom absoluten Profi bis zum Dreikäsehoch schabt sich jeder aktive Skater in regelmäßigen Abständen irgendwo Haut herunter. Wer in Ritterrüstung skatet, wird feststellen, daß er bevorzugt auf die Stelle fällt, wo das Scharnier gerade weggeklappt war (man fällt immer dorthin, wo gerade kein Schoner sitzt!). Locker bleiben, Wunden pflegen, einfach damit rechnen.

Tip Nr. 2: Wenn man dauernd auf die selbe Stelle fällt, lohnt es sich, diese zumindest vorübergehend zu verschonern, auch wenn es ein wenig nach Fahrschulzeichen aussieht. Ein Knie oder ein Ellenbogen, worauf man einige Male gefallen ist, kann auch irgendwann anschwellen, was dann auf einen Gelenkerguß hindeutet... und das fällt eindeutig schon aus der Kategorie "lästig" heraus! Wir haben alle mit Knie- und manche auch mit Ellenbogenschonern angefangen, das Stadium "Lernen" läßt sich nunmal nicht überspringen. Ehrlichkeit mit sich selbst spart Schmerzen.

Tip Nr. 3: Wo keine Haut blankliegt, gibt es auch keine richtig fiesen (i. d. R. verdreckten) Hautabschürfungen. Bauchfreie Shirts, superkurze Hosen, etc. bieten gute Belüftung, ziehen jedoch bei Stürzen nach dem Ritterrüstungs-Prinzip Ärger auf sich. Dort, wo man sich keine Hautabschürfung leisten kann, Kleidung drüber tragen!

Gefährlich:

Gebrochene Knochen: Der prototypische Skater/Rollschuhfahrer-Knochenbruch ist das gebrochene "Handgelenk" (meist die Speiche oder ein Handwurzelknochen). Diese Verletzung ist leicht vermeidbar durch Handgelenkschoner, welche über das Handgelenk drübergehen. Günstig ist auch an Schonern, wie z. B. Biomex von K2, eine massive Plastik-Handinnenfläche, die dafür sorgt, daß der gestürzte Skater weiterrutscht. So überträgt sich, ähnlich wie beim Skifahrer, nicht die gesamte Kraft beim Stürzen auf den Arm, der Skater liegt zwar etwas blöd auf der Nase, aber auch die Gefahr einen, ebenfalls nicht seltenen, hohen Unterarmbruch knapp unterhalb des Ellenbogens oder eine ausgekugelte Schulter zu erleiden, wird dadurch erheblich gemindert. Logischerweise erfüllen Fahrradhandschuhe diese Anforderungen nicht oder nur schlecht, da der Gelenkschutz fehlt, und der Skater an der Stelle am Asphalt klebenbleibt, wo er hingeknallt ist. Wer sich nur eine Minute lang Gedanken darüber macht, wie unpraktisch das Leben mit einem Gipsarm ist (die Autorin hat es übrigens selbst ausprobiert), wird mir beipflichten:

Handschoner müssen sein!

 

Kopfverletzungen gehören zu den tragischten vermeidbaren Skater-Verletzungen. Auch ein Kopf klebt wunderbar am Asphalt, wenn ihn kein Helm davon abhält. Das noch am wenigsten üble Resultat ist eine Ballonvisage, und Risse am Kinn oder unterm Auge, die genäht werden müssen. Dicht auf dem Fuße folgt die Gehirnerschütterung; was danach folgt, muß hier nicht einzeln aufgelistet werden. Die wenigen Todesfälle, die es bisher in dieser Sportart gab, dürften fast alle auf Kopfverletzungen zurückzuführen sein. Die Durchschnittsgeschwindigkeiten eines Speedskaters sind ausreichend für jede der aufgezählten (auch diese haben wir selbstverständlich für unsere Leser schon getestet) und nicht aufgezählten Blessuren. Unser Fazit:

Auch ein Helm muß sein!

Beim Speedskaten sind (anders als für die Halfpipe) am ehesten Fahrradhelme geeignet. Der Grund zum einen das, was ein Skaterhelm auch kann, nämlich Stoßenergie vor Erreichen der kleinen grauen Zellen abzumindern. Zum anderen ist da noch der relativ breite Rand, den ein Skaterhelm nicht hat: Dieser schützt nicht 100%ig aber in den meisten Fällen ausreichend vor einem Asphaltkuß mit dem Gesicht.

Wichtig ist dabei: Stunthelme aus einer Polyäthylenschale mit dünner Schaumstoffeinlage sind für viele, aber energiearme Stöße ausgelegt, wie sie beim Stuntfahren eben auftreten. Für die hohen Geschwindigkeiten beim Speedskaten oder Radfahren haben diese weder die nötige Festigkeit, noch die Dicke, also den eingebauten zusätzlichen Bremsweg. Speedskating/Fahrradhelme sind auf den einen, energiereichen Aufprall berechnet, nach dem sie aber i. a. ausgetauscht werden müssen.

 

Und sonst...???

Was jetzt folgt, ist irgendwo selbstverständlich; dennoch sollte es nicht unerwähnt bleiben:

1) Extrem abgefahrene Rollen brechen irgendwann während der Fahrt auseinander. Wenn sich das Polyurethan der Lauffläche plötzlich bröckelweise bei 30 km/h von der Felge ablöst, resultiert eine Vollbremsung. Rechtzeitig Rollen wechseln!

2) Auch Schuhbänder können übrigens vollbremsen, wenn man sie läßt. Am besten, man läßt sie nicht, sondern kürzt sie auf eine angemessene Länge und bindet sie sorgfältig (doppelt), wie es die Bezeichnung schon empfiehlt. Manche Rennschuhe haben eine extra Abdeckung (Lace Cover), auch ein Tesaband tut gute Dienste, wie man auch im Eisschnellauf sehen kann.

3) Achsen, die während der Fahrt durch ungewohnte Geräusche auf sich aufmerksam machen, haben meistens wirklich etwas zu sagen. Selten "war das Geräusch immer schon da, man hat es nur noch nie bemerkt", meistens wollen sie einem mitteilen, daß sie sich gleich gedenken, aus dem Gewinde zu lösen und alleine davonzurollen. Anhalten, Achsensitze überprüfen! Wenn sich Achsen immer wieder lösen: erstens Gewinde reinigen, fetten. Hilft auch das nicht: Flüssigschraubensicherung! (Aber die lösbare Variante!)

4) Auch wenn man selbst gut bremsen kann, heißt das noch lange nicht, daß das

a) der andere Skater, der einem entgegenrast, auch kann,

b) einem der nichtrollende Verkehrsteilnehmer das auch glaubt, mit dem man gerade eine Begegnung vermeiden möchte. Durch die vielen Anfänger auf den Straßen sind viele Verkehrsteilnehmer verunsichert, instinktives Fehlverhalten ist leider sehr häufig.

Drei Vorurteile helfen einem lebenspraktisch beim Zusammenstoß weiter:

a) Andere Skater sind Lemminge: Sie können (oder wollen) nicht bremsen. Vielen ist sogar die Möglichkeit zu bremsen unbekannt.

Selbst maximal bremsen, so weit es geht, Arme vor der Brust verschränken, um bei einem Aufprall nicht gerade auch noch eine Finger-in-Auge- oder Knie-in-Weichteile-Situation zu provozieren, und rechtzeitig nach dem geeignetsten Punkt zum Hinfliegen ausschauhalten (Wiese? Gehsteig? Jedenfalls nicht gerade die nächste Motorhaube)

b) Autofahrer und Fußgänger sind Rotwild: Sie bleiben immer dort stehen, wo sie den Weg maximal versperren, und gucken einen wie Wild im Fernlicht aus schreckgeweiteten Augen an. Wer, wie in anderen Sportarten (z.B. beim Segeln), darauf abzielt, sich noch hinter dem Objekt durchzuquetschen, muß dies miteinrechnen, sonst kracht es erst recht.

c) Alle Menschen sind Schafe. Wenn man ihnen einen Weg mit der Hand zeigt, fahren/springen sie dahin, wohin man gedeutet hat. Deutet man nach rechts, wenn man frontal auf jemanden zufährt, sollte man damit nicht versuchen, anzudeuten, daß man selbst gleich nach rechts ausweichen werde; auch hier wird es sonst sicherlich krachen. Am besten in die eine Richtung deuten und gleichzeitig gut sichtbar in die andere ausweichen!

Verbale Verständigung, wie in englischsprachigen Ländern, scheitert bei uns meistens ("on your right" bedeutet dort eindeutig, daß man rechts am Anderen vorbeifahren will; dies wird dort immer sofort verstanden, setzt aber Mitdenken des Rufenden bei Frontalbegegnungen voraus). Schreit man im deutschen Straßenverkehr aufgeregt "rechts von Dir/Ihnen", versteht der Angesprochene oft nur "...?... rechts" und springt prompt auch nach rechts. Ebenso, wie bei der Handbewegung, sollte man nur die Richtung rufen, in die sich das Objekt bewegen soll.

Achtung: Auch bei Rennen mit Anfängerbeteiligung wird der übliche Ruf „Liiiiinks" nicht immer verstanden, bzw. befolgt.

 

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Tips bei Skaterblessuren

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